5. Agrar-Workshop

„Sonnige Zeiten“ für die Landwirtschaft

Bereits zum 5. Mal versammelten sich Vertreter aus Landwirtschaft und Kommunen, Ingenieure und Architekten sowie regionaler Verbände, des Landwirtschaftsamtes aber auch Interessenten aus der Bevölkerung zum Workshop im Kompetenzzentrum für nachwachsende Rohstoffe in Pahren.

In diesem Jahr stand das Thema Photovoltaik in der Landwirtschaft auf der Tagesordnung.

Der Einladung zu der Gemeinschaftsveranstaltung des Regionalmanagements der Region Greiz, des Umweltinstituts für Forschung und Technologie Gera e.V. (UFT) und der Pahren Agrar GmbH und Co KG folgten auch in diesem Jahr wieder mehr als 50 Gäste.

In anspruchsvollen detaillierten Vorträgen wurden den Teilnehmern die aktuellen gesetzlichen Regelungen und Bedingungen für den Betrieb von Photovoltaikanlagen näher gebracht.

Auch wenn Herr Dr. Broßmann in seinen einleitenden Worten bei der Entscheidung für die Errichtung einer Photovoltaikanlage von „einem Rentenmodell für den Landwirt“ sprach, wurde jedoch deutlich, dass die verstärkte Nutzung der kostenlosen Energiequelle Sonne auch ein Zukunftsmodell für die Landwirtschaft und der Umwelt allgemein ist.

So konnte Herr Hans-Joachim Walther von der AEP Energie-Consult GmbH Gera von „sonnigen Zeiten“ berichten. Die von der Firma 1992 errichtete Versuchsanlage arbeitet seit dieser Zeit zuverlässig, ohne viel Aufwand und mit hoher Effektivität. Die Praxisergebnisse liegen sogar über den damals erstellten Ertragsprognosen. Allgemein ist einzuschätzen, dass sich unsere Region mit einer durchschnittlichen Globalstrahlung von 1000 - 1100 kWh/m² im Jahr zu den Vorzugsgebieten für Photovoltaik zählen kann.

Mit dem Wunsch, eine PV-Anlage zu errichten, ist es jedoch allein nicht getan. Im Vorfeld sind neben baurechtlichen Belangen auch Finanzierungsfragen zu klären und versicherungstechnische Aspekte in Betracht zu ziehen.

Herr Gerhard Keppler von der Mannheimer Versicherung erläuterte mit seinem anschaulichen Vortrag das mögliche Gefahrenpotential, denen eine Photovoltaikanlage ausgesetzt ist und wie man diesen begegnen kann. Den neuen Bedingungen Rechnung tragend, stellt die Versicherungsbranche passgerechte Versicherungsmodelle sowohl für Betreiber von Anlagen, als auch für Installationsfirmen zur Verfügung.

Mit einem Überblick über die Finanzierungsmöglichkeiten von Photovoltaikanlagen erläuterte Herr Falk Lautenschläger von der Deutschen Kreditbank AG Gera die Unterstützung von Investitionsträgern durch die Bankinstitute. Dankbar wurde vom Publikum die Zuversicht aufgenommen, dass man auch in der Zeit der Finanz- und Wirtschaftskrise von den Banken nicht allein gelassen wird.

Detaillierte Informationen über die neuen Regelungen des Erneuerbare Energie Gesetzes (EEG) ab dem 1. Januar 2009 gab Rechtsanwalt
Dr. Hans S. Reip aus Jena. Trotz einer höheren Förderung von kleinen Anlagen ist die Fortschreibung des Gesetzes darauf angelegt, eine Wirtschaftlichkeit der Anlagen auch ohne direkte staatliche Unterstützung zu erzielen. Demzufolge werden die für 20 Jahre garantierten Einspeisevergütungen jährlich reduziert. Das heißt andererseits, wer sich schnell entscheidet, sichert sich für einen langen Zeitraum eine attraktive staatlich garantierte Unterstützung.

Der Leiter des Regionalmanagements der Region Greiz, Herr Mario Walther, stellte zum Abschluss der Veranstaltung fest: „Die 5. Auflage der Veranstaltungsreihe war wieder ein Erfolg. Es wurden die Themen, die die Landwirte interessieren, ausführlich erörtert.“  Das ständig gestiegene Interesse gibt den Veranstaltern die Zuversicht, dieses Bildungsangebot auch in den nächsten Jahren fortzusetzen.